check-circle Created with Sketch.

Besondere historische Sammlungen

Paul Kellermann

Von den 1950er Jahren bis in die 1970er Jahre drehte der aus Herscheid stammende Paul Kellermann (1905-1991) zahlreiche Dokumentarfilme über seine sauerländische Heimat sowie das übrige Westfalen. Für das LWL-Medienzentrum, das 1994 den Großteil der 35 mm- und 16 mm-Filme des Produzenten übernommen hat, bildet die Sammlung einen der Grundstöcke seines Archivs. Von keinem zweiten professionellen Filmemacher liegen derart viele Filmdokumente zur Region Westfalen-Lippe vor.

Auf der DVD "Das märkische Sauerland" sind fünf von Kellermanns Sauerland-Portraits zu finden.

Dokumentarfilmer Paul Kellermann beim Schneiden seiner Filme am heimischen Tisch

Karl-Heinz Kramer

Der Kameramann und Produzent Karl-Heinz Kramer (1924-2006) erlernte das Filmen in den Berliner Tobis-Studios sowie in einer Propagandakompanie der Wehrmacht. 1952 gründete er in Haltern am See die "Kramer Film-Produktion". Neben Tier- und Werbefilmen zählten zu Kramers Oeuvre Kultur- und Landschaftsfilme, in denen er auch westfälische Regionen portraitierte.

Die Titel "Westfalenlied" sowie "Das Vest Recklinghausen" hat das LWL-Medienzentrum jeweils als DVD herausgebracht.

Kameramann und Produzent Karl-Heinz Kramer, Porträt mit Filmkamera

Medienzentrum Ruhr e.V. (mz:R)

1981 von Essener Kunstpädagogik-Studenten als Medienkollektiv gegründet, hatte sich das MZR einer kritisch-emanzipatorischen Medienarbeit verschrieben. Mit Bildungsangeboten, wie etwa Videokursen, sollten Jugendliche und Erwachsene für die Funktionsweisen audiovisueller Medien sensibilisiert werden. Zudem nutzten die Angehörigen des MZR in den 1980er und 1990er Jahren das Medium Video dazu, um mit zahlreichen Dokumentarfilmen den sozialen und strukturellen Wandel im Ruhrgebiet festzuhalten. 2015 hat das Filmarchiv des LWL-Medienzentrums den umfangreichen Videobestand des MZR übernommen und ist seither mit dessen inhaltlicher Auswertung befasst.

Zeichnung der "Drei Affen" („nichts sehen, nichts hören, nichts sagen“) mit einem vierten Affen mit Filmkamera - Medienzentrum Ruhr e.V. (mz:R)

Hubert Schonger

Der gebürtige Schwabe Hubert Schonger (1897-1978) gehörte in der Zwischenkriegszeit zu den bekanntesten Dokumentarfilmern Deutschlands. 1923 gegründet, war seine Berliner Produktionsfirma "Naturfilm Hubert Schonger" auf die Genres Kultur-, Natur- und Heimatfilm spezialisiert. In den 1920er Jahren drehte Schonger zahlreiche Filme über einzelne Landkreise und Regionen Deutschlands, was ihn u.a. auch nach Westfalen führte. Sein fünfteiliges Landschaftsportrait "Durch das schöne Westfalen" feierte 1929 Premiere.

"Durch das schöne Westfalen" ist in der Reihe "Westfalen in historischen Filmen" als DVD erschienen. Auf der DVD "Das Wittgensteiner Land" ist ein filmisches Portrait des Kreises Wittgenstein von 1927/28 zu finden.

Porträt des Dokumentarfilmers Hubert Schonger

Elisabeth Wilms

Elisabeth Wilms (1905-1981), die resolute Bäckersfrau aus Dortmund-Asseln, hat von Beginn der 1940er Jahre bis zu ihrem Tod insgesamt mehr als 150 Filme realisiert. Sie hat nicht nur den Alltag ihrer näheren Umgebung, sondern auch das Leben im bombenzerstörten Dortmund und den Wiederaufbau nach 1945 mit der Kamera für die Nachwelt festgehalten. Ebenso finden sich Industrie-, Werbe- und Reisefilme sowie Reportagen in ihrem Werk. Nach ihrem Tod gelangte die Filmsammlung in den Besitz der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Asseln. Um die wertvollen Filmoriginale für die Nachwelt zu sichern, wurden sie im Jahr 2007 ins Filmarchiv des LWL-Medienzentrums überführt.

Die DVD "Erich, lass mal laufen!" bietet Einsichten in das breit angelegte Oeuvre der Filmemacherin.

Porträt der Elisabeth Wilms, Bäckersfrau und Filmemacherin, mit Filmkamera