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Besondere historische Sammlungen

LVA - Wohnungsnot und Sozialer Wohnungsbau

Bedeutung
Die Bildsammlung der LVA - Landesversicherungsanstalt Westfalen dokumentiert die Wohnungsnot und die krankmachenden Wohnbedingungen armer Bevölkerungsschichten in den Industriestädten und Dörfern Westfalens; ferner zeigt sie Beispiele des beginnenden Sozialwohnungsbaus in den 1920er Jahren und des konzertierten Sozialsiedlungsbaus nach dem Zweiten Weltkrieg.

Motive
Notwohnungen in Barackenlagern und Waggonsiedlungen, marode Häuserzeilen in städtischen Armenvierteln, verfallende Fachwerkhäuser auf dem Lande, schimmelige Wohn- und Schlafkammern, beengte Einraumwohnungen kinderreicher Familien, Wohnblöcke und Siedlungen des frühen sozialen Wohnungsbaus, Siedlungsbau der 1950er und 1960er Jahre.

Entstehungszeitraum
1920er Jahre, 1950er Jahre

Umfang
200 Bilder, digitalisiert von Papierabzügen aus dem Originalbestand der DRV, Zentralarchiv Nordhrein-Westfalen

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Höxter, Neue Straße 11, um 1925: Städtisches Fachwerkhaus, marode Bausubstanz, Ecke Fuhlenstraße. © LWL-Medienzentrum für Westfalen

Helmut Orwat

Bedeutung
Helmut Orwart, geboren 1938 in Castrop-Rauxel, seit 1962 freier Fotograf und bis 2000 Pressefotograf für die Dortmunder Ruhr-Nachrichten, verfasst heute Bildbände und Fotokalender über das Ruhrgebiet. Aus 50 Jahren fotografischer Arbeit entstand nicht nur eine dichte Dokumentation der Industrielandschaft des "Reviers" als Arbeits- und Wohnumfeld, sondern auch ein authentisches Porträt seiner Bewohner - sei es "auf Schicht", bei Alltagsverrichtungen oder in der Freizeit. Die aus der Arbeit als Pressefotograf entstandenen Sammlungssegmente veranschaulichen darüber hinaus zentrale Themen aus Politik, Kunst und Kultur der 1960er bis 1980er Jahre und lassen ihre damaligen Protagonisten wieder lebendig werden.

Motive
Städte des Ruhrgebiets mit Schwerpunkt Castrop-Rauxel, Kanalschifffahrt, Schiffshebewerk Henrichenburg, Zechen, Zechenkolonien, Zechendemontage und -sprenungen, Zechenruinen, Bergleute, Industriemuseum Zeche Zollern, Bau des Nordsternparks. Industriebetriebe der Region, Opel Bochum, Handwerke, Gastronomie, Geschäfte, Trinkhallen, Landwirtschaft im Ruhrgebiet und in der Börde, Tierzucht und Tierausstellungen, Viehmärkte. Veranstaltungen mit Prominenz aus Politik und Gesellschaft, Demonstrationen zu verschiedenen Konfliktthemen der 1960er bis 1980er Jahre, Schlesiertreffen, soziale Aktivitäten und Großaktionen, Gastarbeiter, Migrantengruppen, Städtepartnerschaft, religiöses Leben. Künstlerkolonie Halfmannshof, Künstlerporträts, Kunst im öffentlichen Raum, Denkmäler, Porträts von Stars und Prominenten aus Literatur, Film, Fernsehen, Radio und aus der Musikkultur. Kirmes, Karneval, Zirkus, Altwagenrennen, Pferdesport, Radrennen, Windhundrennen, Catchen, Montgolfiaden, Menschen im Alltag, Freizeitaktivitäten, Kinder.

Entstehungszeitraum
Schwerpunkt 1960er bis 1980er Jahre

Umfang
rund 3.300 Fotografien, vorwiegend schwarzweiß

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Radfahrer in Gladbeck, März 1969 - im Hintergrund: Zeche Graf Moltke, Kokerei Schacht 3/4. Helmut Orwat © LWL-Medienzentrum für Westfalen

Franz Dempewolff

Bedeutung
Visuelle Familienchronik und gesellschaftliches Kaleidoskop einer sauerländer Dorfgemeinschaft: Franz Dempewolff (1875-1953) war 35 Jahre Lehrer im sauerländischen Wormbach, passionierter Wanderer, Amateurfotograf und Ortschronist; er fotografierte mit gleicher Leidenschaft die Dörfer seiner Heimatregion, das öffentliche und private Gesellschaftsleben ihrer Bewohner und das Heranwachsen seiner neun Kinder.

Motive
Dörfer im Schmallenberger Sauerland, Dorfschulen, Klassenporträts, ländliches Arbeits- und Gesellschaftsleben, Familie Franz Dempewolff

Entstehungszeit
1912 bis 1940er Jahre

Umfang
rund 450 Bilder

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Porträt Franz Dempewolff (1875-1953) im Alter von 25 Jahren. © LWL-Medienzentrum für Westfalen

Richard Schirrmann

Bedeutung
Die Bildsammlung dokumentiert den Lebensweg und das Lebenswerk des Lehrers und Gründers des Deutschen Jugendherbergswerkes Richard Schirrmann (1874-1961). Im Fokus stehen die Schüler- und Jugendwanderfahrten, die Richard Schirrmann während seiner Lehrerzeit in Altena als Teil der Jugendbildung initiierte und zahlreich durchführte, ferner der in den 1920er Jahren beginnende Bau von Jugendherbergen in ganz Westfalen. Weitere Teilbestände umfassen Familienbilder sowie Landschaftsbilder aus Schirrmanns Heimat Ostpreußen und dokumentieren seine Jahre als Soldat an der Westfront des Ersten Weltkrieges.

Motive
Schülerwanderfahrten, Jugendherbergen, Stadt- und Landschaftsbilder, Kinderferienlager Staumühle, Wanderführerausbildung, Verbandstätigkeit des Deutschen und Internationalen Jugendherbergswerkes, Soldatenleben an der Westfront des Ersten Weltkrieges, Familie Schirrmann.

Entstehungszeit
1910 bis 1950er Jahre

Umfang
rund 2.000 Bilder

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Wandersmann Richard Schirrmann, Gründer des Deutschen Jugendherbergswerkes, undatiert, um 1912? © LWL-Medienzentrum für Westfalen

Joseph Schäfer

Bedeutung
Die Überlieferung des Recklinghäuser Gymnasialdirektors Dr. Joseph Schäfer (1867-1938) bietet eine wertvolle Bestandsaufnahme der Region zwischen Emscher und Lippe, ist dabei aber keine Dokumentation der industriegeprägten Lebenswelt, sondern der landschaftlichen Schönheit. Außergewöhnlich ist ein kleiner Teilbestand, der den Arbeitseinsatz Recklinghäuser Frauen in den Kriegsjahren 1916-1918 zeigt.

Motive
Landschaften, Dörfer und Städtchen, Adelsbauten, Mühlen und Bauernhöfe im Vest Recklinghausen sowie zahlreiche Familienfotografien und Reisemotive aus anderen Landesteilen

Entstehungszeit
1900 bis 1920er Jahre

Umfang
rund 1.000 Bilder

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Dr. Joseph Schäfer 1926 vor seinem Alterswohnsitz in Münster, Lehrer und engagierter Heimatkundler in Recklinghausen © LWL-Medienzentrum für Westfalen

Julius Gaertner

Bedeutung
Der preußische Finanzbeamte und leidenschaftliche Hobbyfotograf Julius Gaertner schuf am Rande seiner Dienstreisen einen westfälischen Bildschatz, der typische Sehenswürdigkeiten genauso zeigt wie Unscheinbares und Alltägliches am Wegesrand. Heute fast verschwunden, hier aber noch lebendig: Das Stadtbild Münsters vor den fatalen Kriegszerstörungen.

Motive
Orts- und Landschaftsansichten aus Münster und dem Münsterland, aus Ostwestfalen und Warburg; Familienaufnahmen Julius Gaertner.

Entstehungszeit
Münster ab Mitte 19. Jh., Westfalen und Nachbarregionen 1900 bis 1930er Jahre

Umfang
rund 2.800 Bilder

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Julius Gaertner (1879-1953), Münsteraner Finanzbeamter und Fotograf © LWL-Medienzentrum für Westfalen

Johannes Weber

Bedeutung
Der Amateurfotograf Johannes Weber (1904-1974), in seiner Wahlheimat Nottuln tätig als Prokurist in einer Strumpffabrik, fotografierte das Dorf - auch in stereoskopischen Aufnahmen -, die Dorfbewohner bei ihren Alltagsverrichtungen oder in der "Porträtecke" seines Wohnzimmern sowie das gesellschaftliche Leben im Ort.

Motive
Dorfleben in Nottuln, Westmünsterland: Höfe und Werkstätten der Dorfbewohner, kirchliche Feste, Begräbnisse, Hochzeiten, Schützenfeste, Jubiläen und Einweihungen

Entstehungszeit
1940er Jahre

Umfang
rund 750 Bilder

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Johannes Weber, Nottuln: Prokurist in der örtlichen Spinnfabrik Gebr. Rhode, Amateurfotograf und Ortschronist © LWL-Medienzentrum für Westfalen

Ignaz Böckenhoff

Bedeutung
Ignaz Böckenhoff (1911-1994) hat über mehrere Jahrzehnte alles und jeden in seiner Heimatgemeinde Raesfeld vor die Linse gebracht. Besonders eindrucksvoll sind die vielen liebevollen Personenaufnahmen, die sehr authentisch wirken. Seine Bilder vermitteln Einsichten in untergegangene Lebenswelten auf dem Lande, aber auch die wechselhaften Zeitläufe der Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Motive
Dorfleben in der Gemeinde Raesfeld

Entstehungszeit
1930er bis 1970er Jahre

Umfang
rund 1.400 Bilder

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Der Raesfelder Fotograf Ignaz Böckenhoff (1911-1994): Selbstporträt mit Spiegel mit der Rolleiflex © LWL-Medienzentrum für Westfalen

Sammlung Friedrich Hundt

Bedeutung
Die Sammlung dokumentiert die Anfänge der Fotografie in Westfalen. Der gelernte Knopfmacher Friedrich Hundt aus Iserlohn (1807-1887) eröffnete um 1840 sein Fotoatelier in Münster und gilt als Fotopionier Westfalens. Zunächst fertigte er mithilfe des Verfahrens der Daguerreotypie Porträts westfälischer Honoratioren und Adeliger sowie seiner Kinder und Enkel, später widmete er sich auch der Orts- und Architekturfotografie.

Motive
Fotografie des 19. Jahrhunderts: Personen- und Familienporträts westfälischer Honoratioren und Adeliger, Porträts der Familie Hundt, Stadtbilder Münsters

Entstehungszeit
1840er bis 1880er Jahre

Umfang
rund 180 Bilder

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Der Münsteraner Fotograf Friedrich Hundt mit Enkel Tono?, Sohn seiner Tochter Sophia © LWL-Medienzentrum für Westfalen

Historische Schulbildreihen der Bildstelle Arnsberg

Bedeutung
Historische Unterrichtsbildreihen zu allen Schulfächern aus dem Verleihbestand der ehemaligen Bezirksbildstelle Arnsberg, entstanden in der Frühzeit des westfälischen Bildstellenwesens. Ein Gutteil des Bildmaterials zur Landeskunde Westfalens wurde von Heinrich Genau (1883-1942), Gründer der Bildstelle, fotografiert.

Motive
Ansichten westfälischer Dörfer und Städte aus den ersten drei Jahrezehnten des 20. Jahrhunderts, regionstypische Landschaften, Bergbau, Stahlindustrie, Textilindustrie, Handwerk, traditionelle und mechanisierte Landwirtschaft, Entwicklung des Verkehrs- und Flugverkehrswesens, Architektur, Kunstgeschichte, Religion, Sozial-, Wirtschafts- und politische Geschichte der Neuzeit, Kaiserreich, Erster Weltkrieg, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg.

Entstehungszeit
Schwerpunkt 1920er und 1930er Jahre

Umfang
rund 5.500 Glasplatten schwarzweiß; weitere ca. 10.000 Glasplatten zu Unterrichtsthemen ohne landeskundlichen Bezug wurden unerschlossen archiviert.

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Schlepper (Schiffe) im Hardenberghafen in Dortmund © LWL-Medienzentrum für Westfalen

Fotografenfamilie Viegener aus Hamm

Bedeutung
Josef Viegener (1899-1992) eröffnete 1925 in Hamm ein Fotoatelier, das er und sein Sohn Werner Viegener bis 1998 betrieben. Sie verstanden sich zuvorderst als Porträtfotografen, etablierten sich aber auch als Werbefotografen für örtliche Wirtschaftsunternehmen und öffentliche Auftraggeber. Aus dem Lebenswerk beider Fotografen entstand so eine über 70 Jahre gespannte Dokumentation der Stadt Hamm seit den 1930er Jahren sowie ein umfangreiches Porträtarchiv.

Motive
Stadtansichten von Hamm vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg, öffentliche Gebäude und Einrichtungen, Ladengeschäfte, Verkehrsdienstleister, Zechen. Außerdem Arbeits- und Produktionsprozesse, Maschinen, Erzeugnisse der ansässigen Produktionsbetriebe, Hamm im Nationalsozialismus sowie Personenaufnahmen und Atelierporträts.

Entstehungszeit
1920er bis 1960er Jahre (Schwerpunkt)

Umfang
rund 2.400 Bilder

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Fotograf und Geschäftsgründer Josef Viegener, Enkel und Sohn Werner im Atelier, 1975 © LWL-Medienzentrum für Westfalen

Hermann Reichling

Bedeutung
Hermann Reichling (1890-1948) war langjähriger Direktor des Westfälischen Provinzial-Museums für Naturkunde in Münster und Pionier des Naturschutzes. Der promovierte Zoologe mit Spezialgebiet Ornithologie dokumentierte seine jahrzehntelange Forschungsarbeit mit der eigenen Kamera und seit 1926 mit Unterstützung von Georg Hellmund, Fotograf am Provinzial-Naturkundemuseum. Aus vielen Jahren gemeinsamer Arbeit entstand eine umfangreiche Sammlung zoologischer, botanischer und landeskundlicher Fotografien, welche über die Pflanzen- und Tierwelt und landschaftlicher Bestandsaufnahmen hinaus auch die Orte, regionstypische Bauwerke und traditionelle Wirtschaftsweisen der Menschen im ländlichen Raum dokumentiert.

Motive
Landschaften und Gewässer in Westfalen und seinen nördlichen Nachbarregionen, Ortsbilder, regionstypische Wohn- und Wirtschaftsbauten; Moore, Torfgewinnung, Torftransport, Torfwerke; Abbau von Steinen und Erden; ornitologische Feldstudien zu Flugbildern, Nestbau, Gelegearten, Brut und Aufzucht, Studien des Krammetsvogelfangs und des Entenfangs; Dokumentation von Vogelschutzmaßnahmen; ferner: Familie Reichling, Provinzial-Naturkundemuseum, Zoologischer Garten an der Aa (Münster), Münster und Umgebung.

Entstehungszeitraum
Um 1912 bis 1940er Jahre

Umfang
rund 5.700 Fotografien

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Hermann Reichling am Zoologischen Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität, Münster, 1912 © LWL-Medienzentrum für Westfalen