FILMTIPP „Zoomania“ - Tolerantes Miteinander in der tierischen Metropole
Tolerantes Miteinander in der tierischen Metropole
Schon als kleines Hasenmädchen träumte Judy Hopps davon, Polizistin zu werden, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Trotz der Zweifel ihrer Eltern, einfacher Karottenfarmer, lässt sich Judy nicht von ihrem Traum abbringen und schlägt den Weg zur Polizeiakademie ein. Mit eiserner Disziplin und besonderem Einfallsreichtum schließt sie die Ausbildung als Jahrgangsbeste ab und wird ins Stadtzentrum von Zoomania versetzt.
Doch in der tierisch bunten Großstadt stößt die flinke und selbstbewusste Häsin schnell auf Ungleichbehandlung. Inmitten uniformierter Büffel und Nashörner wird sie zur Politesse degradiert und muss Strafzettel verteilen. Während sie diese Aufgabe mit Bravour meistert, kommt sie einem vermissten Otter auf die Schliche. Gemeinsam mit dem schlauen und schelmischen Fuchs Nick übernimmt Judy die Ermittlungen. Zusammen decken sie eine Verschwörung auf, die aus politisch motivierten Machtbestrebungen heraus das harmonische Zusammenleben in Zoomania bedroht.
Zoomania zeichnet ein realistisches Bild einer scheinbaren Utopie, die Judy mit staunenden Augen erkundet. In diesem einzigartigen Biotop mit Wüstenlandschaften, tropischem Regenwald, polaren Eiskulissen und moderner Großstadtarchitektur ist alles auf die Diversität seiner Bewohner:innen abgestimmt. Dennoch bestehen auch hier tief verwurzelte Vorurteile: Raubtiere werden als wild und gefährlich abgestempelt und Misstrauen prägt das gesellschaftliche Miteinander. Es entsteht ein Gefühl von „wir“ gegen „die anderen“. Nicht nur Judy muss sich tapfer gegen Klischees behaupten, sondern auch ihr Kumpan Nick, der als instinktgeleitetes Wildtier gilt. Allmählich hinterfragen Judy und die Bewohner:innen der Großstadt ihre stereotypen Denkmuster. Dabei zeigt der Film eindrücklich, wie Vorurteile das harmonische Zusammenleben ins Wanken bringen und dass ihre Bekämpfung bei einem selbst beginnt.
Der Animationsfilm bildet die gesellschaftlichen Strukturen allegorisch ab, indem er menschliche Eigenschaften sowie Vorurteilsmuster auf tierische Figuren überträgt und dies auf unterhaltsame Weise vermittelt. Im Mittelpunkt steht zwar eine spannend und humorvoll erzählte Detektivgeschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft, gleichzeitig greift der Film jedoch gesellschaftspolitische Themen wie Ausgrenzung und Unterdrückung von Minderheiten, demografische Entwicklungen, Urbanisierung sowie Fragen nach Herkunft, Zugehörigkeit und Identität auf. Auch Machtkämpfe und Machtmissbrauch werden im Film thematisiert. Dadurch eignet er sich für den Einsatz im Unterricht ab der 5. Klasse, insbesondere in den Fächern Gesellschaftslehre, Deutsch, Ethik, Religion und Kunst.
FILM+SCHULE NRW stellt den Film über die Bildungsmediathek NRW unter dem Label Ausgezeichnet! allen nordrhein-westfälischen Schulen zur Verfügung. Ein dazu passendes Arbeitsblatt-Set für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I ist ebenfalls in der Bildungsmediathek NRW abrufbar. Das Set enthält sowohl Arbeitsblätter zu inhaltlichen Schwerpunkten des Films (Vorurteile und Rassismus) als auch Aufgabenstellungen zur Filmanalyse (Inszenierung der Figuren, Kameraführung, Farben etc.).