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Für mehr Respekt im Netz

18.02.2026 Jessica Best / Andrea Dahms

Kategorien: Medienbildung · Medienzentren

Qualifizierung gegen „Hate Speech in Social Media“

Beleidigungen und digitale Hetze prägen das Online-Erlebnis vieler Kinder und Jugendlicher. Der Umgangston in Kommentarspalten auf Social-Media-Plattformen und in Klassenchats ist häufig rau und stellt auch Lehrkräfte vor Herausforderungen. Wie können junge Menschen für Hassrede sensibilisiert werden und welche Schutz- und Handlungsstrategien lassen sich ihnen vermitteln? Diese Fragestellungen standen im Fokus eines Qualifizierungsmoduls für pädagogische Fachkräfte der Kommunalen Medienzentren in Westfalen-Lippe, das das LWL-Medienzentrum im Rahmen seines Projekts „Demokratie on demand – Informationskompetenz in Social Media“ im Dezember 2025 durchführte. 

Die Teilnehmenden diskutierten die Dynamiken von Hate Speech, analysierten Grenzbereiche zwischen Meinungsfreiheit und gezielter Abwertung und erarbeiteten konkrete Schutz- und Handlungsstrategien für Betroffene und Zeug:innen von Online-Beleidigungen oder anderen Straftaten. Die Schulung bot Raum zum Austausch über praktische, werteorientierte Maßnahmen: Welche Lehrmaterialien vermitteln Schülerinnen und Schülern effektiv die nötige Haltung gegen Online-Hass? Wie kann im Kontext Schule für die persönlichen und gesellschaftlichen Folgen von Diskriminierung sensibilisiert und ein demokratisches Miteinander gefördert werden? Und welche Partner und Initiativen stehen dabei als Anlauf- und Meldestellen zur Seite?

Die qualifizierten Teilnehmenden agieren nun als wichtige Projekttrainerinnen und -trainer vor Ort in den westfälischen Kommunen und geben ihre Expertise in eigenen Workshops in den Medienzentren an Lehrkräfte und außerschulische Bildungsakteur:innen weiter, aber auch bei Demokratietagen oder Veranstaltungen des Medienkompetenzrahmen NRW vor Ort.

Über die reinen Schulungen hinaus stellt das LWL-Medienzentrum den Trainer:innen eine gemeinsame digitale Plattform zur Verfügung, um eigene Workshop-Konzepte, Ideen und aktuelle Impulse unkompliziert untereinander auszutauschen.

Der Blick nach vorn: Geplante Module und kommende Schwerpunkte

In diesem Jahr sind weitere Themenschwerpunkte vorgesehen, zu denen es ebenfalls Qualifizierungen für die Mitarbeitenden der Medienzentren geben wird, so u.a. zu extremistischen Narrativen in sozialen Medien. Die Teilnehmenden werden gemeinsam versteckte Codes, Strategien geschlechtsspezifischer Ansprachen (insbesondere auf Plattformen wie TikTok) und Anzeichen von Radikalisierung untersuchen. Im Fokus wird die Vermittlung aktiver Handlungskompetenz wie Gegenrede und Empowerment stehen. Weitere Qualifizierungen sind zu den Themen „Algorithmen und Filterblasen“, „Social Bots“ und „Bildmanipulationen und ihr Einfluss auf demokratische Prozesse“ geplant.  

Wissen teilen, Demokratie stärken: Angebote für Lehrkräfte

Lehr- oder pädagogische Fachkräfte, die auf der Suche nach einem Workshop zu einem der Projektthemen sind oder sich mit Kolleg:innen austauschen und Anregungen sowie Tipps für die Unterrichtsplanung einholen oder auch teilen möchten, können mit ihrem Medienzentrum vor Ort Kontakt aufnehmen und sich über geplante Formate im Rahmen des Projekts informieren. Beratung und Vernetzung ist über die Medienzentren auch für Eltern oder außerschulische Bildungsakteure möglich. Außerdem lohnt sich ein Blick in das Themenfeld "Demokratie on demand" in der Bildungsmediathek NRW. Hier werden passend zu jedem Modul weitere Bildungsmedien bereitgestellt.

Mit „Demokratie on demand“ stärkt das LWL-Medienzentrum die Kommunalen Medienzentren in Westfalen in ihrer Rolle als Zentren für digitale Bildung und unterstützt die demokratiestärkende Bildungsarbeit vor Ort.

Alle Infos zum Projekt „Demokratie on demand“ auf einen Blick