Zeitreisende – Ein filmischer Einblick in die Arbeit des Westfälischen Filmarchivs
Ein filmischer Einblick in die Arbeit des Westfälischen Filmarchivs
Was liegt näher, als mit einem Film über die Arbeit in einem Filmarchiv zu berichten?! Die Idee zu einer Dokumentation über das Filmarchiv des LWL-Medienzentrums entwickelte sich praktisch von allein, da bereits seit vielen Jahren auf dem Youtube-Kanal „Westfalen im Film“ regelmäßig besondere Quellen aus diesem Archiv in der Reihe Filmschätze veröffentlicht werden.
Doch wie kommen eigentlich diese Filme ins Archiv? Was versteht man überhaupt unter Filmarchivierung? Und wie werden analoge Filme für das digitale Zeitalter nutzbar gemacht? Das sind alles Fragen, die bezogen auf andere Quellen prinzipiell jedes Archiv betreffen, da diese Einrichtungen von außen betrachtet oft als „Black Box“ erscheinen, wo „irgendwas mit alten Sachen“ - oder in unserem Fall - „irgendwas mit alten Medien“ gemacht wird.
Antworten auf diese Fragen sollten nun aber nicht in Form eines klassischen Erklärfilms geliefert werden. Vielmehr fokussiert der Filmproduzent Daniel Huhn in seiner Dokumentation „Zeitreisende – Einklicke in die Arbeit des westfälischen Filmarchivs“ auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Archivs und lässt sie aus einer persönlichen Perspektive von ihren Aufgaben und ihrer Arbeit erzählen.
In drei kurzen Episoden begleitet die Filmdokumentation dabei die Schritte, die historisches Filmmaterial bei der Aufnahme ins Archiv durchläuft – von der ersten Sichtung über die Restaurierung und Digitalisierung bis hin zur Wiederveröffentlichung.
Die erste Folge der neuen Dokureihe zeigt, wie historisches Material aus dem Kreisarchiv Steinfurt zur besseren Lagerung in das Filmarchiv des LWL-Medienzentrums in Münster aufgenommen wird. In den Kühlkammern des Archivs lagern über 20.000 Filme, die Leben, Kultur und Geschichte der Region Westfalen-Lippe dokumentieren – darunter zahlreiche Amateurfilme, die Einblicke in das Alltagsleben vergangener Jahrzehnte geben. Die Episode erzählt, wie die Archivare neues Filmmaterial entdecken und einordnen.
Die zweite Folge erklärt die Restaurierung und Digitalisierung von analogem Filmmaterial. Dabei müssen die Archivare mit ganz verschiedenen Film- und Videoformaten umgehen und sind bei ihrer Arbeit auf alte wie moderne Techniken angewiesen. Ein Höhepunkt der Dreharbeiten war sicher die ansonsten nicht zugängliche Bandbibliothek der LWL.IT, in der bereits über 500 TB an digitalen Filmdaten gesichert sind.
Die letzte Episode zeigt, wie das Team im Filmarchiv des LWL-Medienzentrums ausgewähltes historisches Filmmaterial aufbereitet und für die Öffentlichkeit zugänglich macht – in einer Online-Datenbank, auf YouTube und bei öffentlichen Filmvorstellungen.
So gibt die Dokureihe nicht nur Einblicke in die Arbeit des Archivs, sondern stellt auch den Wert von Archivmaterial als historische Quelle und Zeitdokument heraus.
Die drei Folgen sind in unserer Mediathek Westfalen im Film zu sehen.