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Fotoausstellung „Kunstszene Westfalen“

18.02.2026 Stephan Sagurna

Kategorie: Filmbildung

Eine prominente Abschlussveranstaltung

Nach achtwöchiger Laufzeit endete im November 2025 die vielbesuchte Fotoausstellung „Kunstszene Westfalen“, ein Kooperationsprojekt zwischen LWL-Medienzentrum, Friedrich-Hundt-Gesellschaft und Stadtmuseum Münster.

Zum Abschluss der Ausstellung mit Fotografien von Emad Daood luden LWL-Medienzentrum und Friedrich-Hundt-Gesellschaft noch einmal zu einem prominenten Termin ein – geladen waren der Fachbereich Fotografie des Adolph-Kolping-Berufskollegs, der Berufsschule für Fotografinnen und Fotografen im Münsterland, der Chefredakteur, Herausgeber und Verleger Martin Breutmann (Fotoforum / Edition Bildperlen) sowie der Fotograf Emad Daood.

In einem spannenden Vortrag ließ Daood die angehenden Fotografinnen und Fotografen hinter die Kulissen seiner für das LWL-Medienzentrum produzierten Fotodokumentation blicken: Wie entsteht solch ein Fotoprojekt, was ist beim Umgang mit Bildenden Künstlerinnen und Künstlern zu berücksichtigen (besonders wenn die zu fotografierende Person selbst auch Fotograf ist, wie etwa bei den Porträts von Veit Mette), wie hält man die motivische Balance in solch einem umfangreichen Fotoprojekt über mehrere Monate, welche Rolle spielen Inspiration, Intuition und Zufall im Kreativprozess?

Anhand der ausgestellten Fotografien konnte Daood seine Erfahrungen immer wieder an feinen Details anschaulich und nachvollziehbar schildern. Für den Nachwuchs, der aktuell kurz vor der Gesellenprüfung im Fotografenhandwerk steht, waren das kostbare Insider-Informationen „aus dem Nähkästchen bzw. aus der Fototasche“.

Aus einer komplett anderen Perspektive berichtete Martin Breutmann über den Umgang mit der Fotodokumentation „Kunstszene Westfalen“: Wie geht die Bildredaktion in einem Fotomagazin mit umfangreichen Bildstrecken um, wie unterscheiden sich originäres Storytelling des Fotografen und Storytelling im Magazin, auf Doppelseiten, zudem in Verbindung von Typografie und Layout für den Satz (Textkörper), welches sind die entscheidenden Arbeitsschritte für die Präsentation einer Fotodokumentation in einem Print-Medium? Bild-Rezeption, Aufmerksamkeitsdauer beim Betrachten und Blättern, haptische Papiererfahrung, Unterschiede im Medienkonsum-Verhalten zwischen Print und Digital, das waren die Themenschwerpunkte, die am Beispiel der aktuellen Ausgabe des Fotoforum-Magazins (5/2025) diskutiert wurden. Alle Teilnehmenden erhielten dafür ein persönliches Exemplar mit der achtseitigen Bildstrecke zu Daoods „Kunstszene“-Projekt, das man sich anschließend sogar noch vom Fotografen signieren lassen konnte.

Die Leiterin des Fachbereichs Fotografie am münsterschen Adolph-Kolping-Berufskolleg, das während der dreijährigen Berufsausbildung für alle angehenden Fotografinnen und Fotografen im Handwerk, im Einzugsgebiet zwischen Velen, Ladbergen, Telgte und Lüdinghausen, zuständig ist, betonte: „Ein wichtiger Teil der Medienkompetenz der angehenden professionellen Fotografinnen und Fotografen beruht nach wie vor auch auf dem Umgang mit traditionellen, analogen Präsentationsformen – denken und arbeiten Sie nicht nur kurzfristig digital für smarte Likes und Clicks, sondern investieren Sie Ihre Zeit und Fachkompetenz auch in analoge Präsentations- und Publikationsformen, die Wahrscheinlichkeit einer nachhaltigen Bildwirkung ist hier sehr groß“.

Nach dem überwältigenden Eröffnungsandrang während der „langen Nacht der Museen und Galerien“ im Oktober bot das Finissage-Format mit seinen vertiefenden Einblicken in die professionelle fotografische Medienarbeit am konkreten Beispiel von Emad Daoods Fotodokumentation „Kunstszene Westfalen“ eine mehr als würdige Abschlussklammer.

Als digitale Galerie sind die Fotografien auch weiterhin auf der Projektwebsite Kunststzene Westfalen online einsehbar.